Die Vielfalt der Gleichen
Ein Blog über die Geschichten verschiedener Menschen und ihrer Geschichte
Kathleen Ackermann
10. Oktober 2022
Das ist

Kathleen Ackermann

Sie wuchs mit einem Zwillingsbruder und einigen Haustieren in Coburg, Oldenburg, Ravensburg und Augsburg auf. Ihr Vater Erich, der sich alleine um die Kinder kümmern musste, da die Mutter kurz nach der Geburt wegen ihrer Dopaminallergie nach Chile gesegelt war, plante für seine Tochter eine Karriere als diplomierte Kranführerin, weshalb er sie mit 13 Jahren nach Chicago zu einem Spezialisten für Blumenpflege schickte. Dort wurde ihr Athletik und besonders die Kunst des Hebammengesangs beigebracht.

Nach ihrer Promotion begann sie, Italien zu bereisen. Sie erstellte eine Liste der besten Pfarrhäuser der Toskana, wobei die Hauptkriterien Erreichbarkeit, Beschleunigung und Wiederverwertbarkeit waren. Diese Liste präsentierte sie in Monaco am königlichen Hof, erhielt jedoch kaum Beachtung, da sie die Liste auf norwegischen Postkarten angefertigt hatte.

An ihrem 29. Geburtstag schloss sie ihre Ausbildung als Heizkörperbedruckerin ab und fand kurz darauf eine Anstellung als Project Manager bei Ferrero. Ihr Chef war ständig unterzuckert und hatte Augäpfel aus Chitin. Er lief regelmäßig durch die Werkshalle und schrie nach mehr Disziplin und Kreativität.
Zu Ackermann hatte er ein gutes Verhältnis. Manchmal gingen sie am Wochenende in den ehemaligen Tagebau und fütterten Tauben und Ringelnattern mit Geschirrspül-Tabs.

Um ihre Leidenschaft für das Schauspiel ausleben zu können, schrieb sie mehrere Filmemacher an und bat um eine Rolle als Statistin. Sie erhielt ein Angebot einer slowenischen Regisseurin ohne Fußnägel, die einen portugiesischen Krimi mit ihr drehen wollte. Dort spielte sie einen versalzenen Hefekloß, der einen 20-sekündigen Dialog mit einem asthmakranken Diabetiker über Bitterstoffe in importierten Weintrauben führte.
Die Kritiken des Film waren so mies, dass das Filmstudio Ackermann verklagte, da sie in ihren Augen für die Verluste verantwortlich war. Das Tiefkühlgericht verurteilte sie nach langem Prozess zu einem Bußgeld von 41.000 Geldmünzen und 12 Stunden sozialer Arbeit im Arbeitsamt.
An ihrem ersten Tag im Arbeitsamt schlief sie in der Mittagspause vor Erschöpfung ein und wachte nicht mehr auf.