Die Vielfalt der Gleichen
Ein Blog über die Geschichten verschiedener Menschen und ihrer Geschichte
Elisabeth Grobemeyer
9. Oktober 2022
Das ist

Elisabeth Grobemeyer

Kurz vor ihrer Geburt verließ ihr Vater die Familie, um einen Weltrekord im Kinderzeugen aufzustellen. Als sie in Hollersberg das Licht der Welt erblickte, hatte sie schon 16 Geschwister, von denen sie aber nur eines kennenlernen konnte.

Der beste Freund in ihrer Kindheit war ein Falke namens Falk, auf dem sie regelmäßig durch die Lüfte ritt und mäandernde Grashüpfer mit einer IKEA-Tüte fing. Die Freundschaft endet kurz nach der Erblindung des Vogels, welche durch einen herumliegenden Marzipankugelbehälter verursacht wurde.

Die erste Klasse musste sie 8x wiederholen, schloss aber trotzdem ihr Abitur mit 1,7 ab, wobei ihr eine Flasche Melatonintabletten gute Dienste erwies. Nachdem sie ihr Abiturzeugnis bei einem nächtlichen Umtrunk verloren hatte und somit ihre Hochschulreife nicht mehr nachweisen konnte, landete sie in der Gosse, wo sie sich von dem Inhalt der Bio-Mülltonnen ernährte. Auf der Suche nach einer Arbeit kam sie mit dem Zuhälter Olaf Krabinski in Kontakt, der ihr eine Stelle im städtischen Zoo im Reptilienhaus besorgen konnte. Doch den Zoobesuchern fiel schnell auf, dass Grobemeyer kein Reptil war und mieden seitdem den Zoo, sodass der er schon bald darauf geschlossen wurde.

Ein kurzsichtiger Oligarch erwarb kurz darauf das Zoogelände, fand die verwahrloste Grobemeyer in der Ecke des Elefantenhauses und nahm sie bei sich zu Hause auf. Dort wurde sie als Scherenschleiferin ausgebildet und anschließend als Sklavin nach Bali verkauft.

Nach 12 Jahren Sklaverei in einem Schlachthaus brach ein Bürgerkrieg in Indonesien aus, da das Volk sich nicht zwischen Kegeln und Baumstammwerfen als Nationalsportart entscheiden konnte. Doch der kroatische Machthaber des Landes schenkte allen Bürgen eine Tüte gezuckerte Ananasringe, was die Leute wieder beruhigte und Grobemeyer die Chance gab, das Land zu verlassen und in die Uckermark zu fliehen. Dort heiratete sie den indogermanischen Plantagenbesitzer Lollek Hirschgesang und starb nach 3 Monaten glücklicher Ehe an einer Arsenvergiftung.